Mit der EU Inc. möchte die Europäische Kommission Unternehmensgründungen, Finanzierung und grenzüberschreitendes Wachstum vereinfachen. Durch die Digitalisierung gesellschaftsrechtlicher Verfahren soll bei Nutzung einer EU-Mustersatzung die Gründung eines Unternehmens innerhalb von 48 Stunden und zu Kosten von höchstens 100 Euro möglich sein. Vor diesem Hintergrund erwartet die Europäische Kommission in ihrer Folgenabschätzung administrative Einsparungen.
Eine aktuelle Kurzexpertise von DIW Econ im Auftrag der Bundesnotarkammer bewertet die vermeintlichen Vorteile der EU Inc. anhand eines erweiterten Kostenbegriffs aus Unternehmens-, institutioneller und Prozessperspektive. Die Untersuchung liefert keinen belastbaren Beleg dafür, dass die EU Inc. für Deutschland die erwarteten Kostenvorteile erzeugt.
Eine Gründung mit der EU Inc. kann zunächst günstiger erscheinen. Der materielle Prüfungs- und Beratungsbedarf bleibt jedoch bestehen und wird teilweise auf andere Akteure und in spätere Phasen des Unternehmenslebenszyklus verlagert. Dadurch können die Gesamtkosten für Unternehmen und Rechtsverkehr gegenüber dem Bestandssystem steigen. Zudem ist eine Abschwächung bestehender notarieller Kontrollmechanismen zur Bekämpfung von Geldwäsche mit hohen Opportunitätskosten verbunden. Diese Folgekosten wurden von der Europäischen Kommission nur unzureichend berücksichtigt. Wesentliche Engpässe im Gründungsprozess bleiben darüber hinaus vom vorgeschlagenen System unangetastet. Für Unternehmen ist die Zeit bis zur Geschäftsfähigkeit entscheidend. Diese wird durch eine schnellere Registereintragung nicht automatisch verkürzt. Eine volkswirtschaftlich effiziente EU Inc. sollte dort vereinfachen, wo vermeidbarer Verwaltungsaufwand entsteht, und zugleich Prüfungs- und Sicherungsfunktionen erhalten, um spätere Kosten zu vermeiden.
DIW Econ hat gemeinsam mit infas – Institut für angewandte Sozialwissenschaft das BMAS-Forschungsvorhaben „Untersuchung sozialer Lagen Selbstständiger in Deutschland“ erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen des Projekts wurden im Jahr 2024 bundesweite Befragung über 2.000 Selbstständigen in Haupt- und Nebentätigkeit zu ihrer Erwerbssituation und -historie, zu ihren Einkommen, Finanzen sowie ihrer sozialen Vorsorge.
Auf Grundlage von Daten des SOEP und der INKAR-Datenbank hat DIW Econ im Auftrag von DIE STADTENTWICKLER. BUNDESVERBAND e.V. untersucht, wie sich Lebensbedingungen in Städtebauförderungsgebieten gestalten und welchen Einfluss Fördermittel auf Neubau und Sanierung von Wohnraum haben.
Im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) untersuchte DIW Econ die wirtschaftlichen Effekte des E-Lendings auf den deutschen Publikumsbuchmarkt. Die Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, faire Rahmenbedingungen für die E-Book-Ausleihe in Bibliotheken zu schaffen. Dazu soll die nun von DIW Econ vorgelegte Studie eine umfassende, empirische Grundlage liefern.
Die Automatenwirtschaft steht derzeit vor vielfältigen Herausforderungen. Steigende Betriebskosten, der Rückgang der Aufstellfläche in der Gastronomie, die COVID-19-Pandemie und die zunehmende digitale Konkurrenz setzen Anbieter von Geldspielgeräten zunehmend unter Druck. Gleichzeitig existiert nur ein begrenzter gesetzlicher Handlungsspielraum der Automatenwirtschaft, um den veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen durch Anpassungen der Preise, der angebotenen Menge und über Änderungen der Produkteigenschaften entgegenzuwirken.
Im Auftrag des Verbands der Deutschen Automatenindustrie e.V. untersucht DIW Econ die wirtschaftlichen Kennzahlen der Automatenwirtschaft vor dem Hintergrund der geltenden Regularien und der Entwicklung ökonomischer Trends in den vergangenen 30 Jahren.