Die Automatenwirtschaft zwischen Regulierung und ökonomischen Trends seit 1993

Die Automatenwirtschaft steht derzeit vor vielfältigen Herausforderungen. Steigende Betriebskosten, der Rückgang der Aufstellfläche in der Gastronomie, die COVID-19-Pandemie und die zunehmende digitale Konkurrenz setzen Anbieter von Geldspielgeräten zunehmend unter Druck. Gleichzeitig existiert nur ein begrenzter gesetzlicher Handlungsspielraum der Automatenwirtschaft, um den veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen durch Anpassungen der Preise, der angebotenen Menge und über Änderungen der Produkteigenschaften entgegenzuwirken.

Im Auftrag des Verbands der Deutschen Automatenindustrie e.V. untersucht DIW Econ die wirtschaftlichen Kennzahlen der Automatenwirtschaft vor dem Hintergrund der geltenden Regularien und der Entwicklung ökonomischer Trends in den vergangenen 30 Jahren.

Die Analyse zeigt, dass ein enger Zusammenhang zwischen den jeweils geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen und den Kennzahlen der Automatenwirtschaft besteht. Die Automatenwirtschaft wird damit zum Spielball der rechtlichen Regulierungen.

Gleichzeitig setzen langfristige ökonomische Trends wie steigende Betriebskosten und das Kneipensterben sowie aktuelle Entwicklungen wie der Ausbau digitaler Angebote und die COVID-19-Pandemie die Branche zunehmend unter Druck. Angesichts der rechtlichen Rahmenbedingungen können Automatenanbieter weder Preise, noch die angebotene Menge und die Produkteigenschaften anpassen, um diese Herausforderungen adäquat adressieren zu können und auch die Spielattraktivität an Geldspielgeräten kann sich dadurch reduzieren.

Führt die eingeschränkte Spielattraktivität zu einer Abwanderung der Konsument:innen, muss erwartet werden, dass zumindest ein Teil der Spieler:innen Geldspielgeräte mit alternativen Angeboten, beispielsweise mit illegalen Angeboten, ersetzt. Eine regelmäßige Evaluierung der Regulierung unter Berücksichtigung der sich verändernden ökonomischen Rahmenbedingungen könnte dem entgegenwirken.

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