Untersuchung sozialer Lagen Selbstständiger in Deutschland
DIW Econ hat gemeinsam mit infas – Institut für angewandte Sozialwissenschaft das BMAS-Forschungsvorhaben „Untersuchung sozialer Lagen Selbstständiger in Deutschland“ erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen des Projekts wurden im Jahr 2024 bundesweite Befragung über 2.000 Selbstständigen in Haupt- und Nebentätigkeit zu ihrer Erwerbssituation und -historie, zu ihren Einkommen, Finanzen sowie ihrer sozialen Vorsorge.
Damit können Debatten über prekäre Verhältnisse Selbstständiger auf einer breiteren Evidenzbasis geführt werden.
Im jetzt vorliegenden Endbericht wird deutlich, dass die große Mehrheit ihre Selbstständigkeit ausschließlich in der Haupttätigkeit ausführt (80,7 Prozent). Daneben beschreibt die Studie auch hybrid Selbstständige (15,9 Prozent), die gleichzeitig selbstständig erwerbstätig und abhängig beschäftigt sind. Im Durchschnitt befinden sich Selbstständige in Deutschland gemessen an ihrer Erwerbssituation, dem Haushaltseinkommen, dem Vermögen und der Wohnsituation in einer wirtschaftlich und sozial guten Lage. Gleichzeitig befindet sich ein Anteil von ungefähr 15 bis 25 Prozent der Selbstständigen in einer schlechten sozialen Lage. Dabei handelt es sich in erster Linie um Solo-Selbstständige, Frauen, Selbstständige mit direktem Migrationshintergrund und ausschließlich in Nebentätigkeit Selbstständige. In Bezug auf die soziale Absicherung finden sich ähnliche Muster: Die breite Mehrheit der Selbstständigen sichert sich für das Alter, gegen Einkommens- und Erwerbsausfälle und gegen Krankheit ab. Gleichzeitig findet sich ein nicht unerheblicher Teil, der sich nur unzureichend absichert und sich nicht ausreichend abgesichert fühlt. Die Möglichkeit, soziale Absicherungsinstrumente nutzen zu können, hängt stark mit der sozialen Lage zusammen. Selbstständige in schlechterer sozialer Lage sind häufiger auch nicht umfassend sozial abgesichert.
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