Potentiale der griechischen Privatwirtschaft liegen weiterhin brach

Autor: Alexander S. Kritikos, Lars Handrich, Anselm Mattes
Erscheinungsdatum: Juli 2018

DIW Wochenbericht 29 / 2018, S. 641-651

Die Auswertung neu verfügbarer Daten zeigt, dass die Wertschöpfung griechischer Privatunternehmen in den letzten zehn Jahren nominal um 38 Prozent eingebrochen ist. Besonders stark traf es dabei Kleinstunternehmen.

Trotz aller Bemühungen, das makroökonomische Umfeld zu stabilisieren, hat zuletzt nur eine leichte und noch kraftlose Erholung eingesetzt. Auch in naher Zukunft ist kein dynamisches Wirtschaftswachstum zu erwarten. Denn in dem acht Jahre dauernden Reformprozess haben sich die Rahmenbedingungen für Investitionen und unternehmerische Aktivitäten nur punktuell verbessert. Lediglich die Arbeitsmärkte wurden stark dereguliert. Werden grundlegende Reformen der Verwaltung, eine Justizreform zur Beschleunigung von Gerichtsverfahren, ein verbessertes Steuersystem sowie die Intensivierung des Wissenstransfers im nationalen Innovationssystem weiterhin nicht angegangen, wird Griechenland auch in den nächsten Jahren kein stärkeres Wirtschaftswachstum erreichen. Wenn aber im August das dritte Hilfsprogramm für Griechenland endet, schwindet auch der äußere Reformdruck. Offen bleibt, inwieweit die aktuelle oder eine künftige Regierung den noch ausstehenden Reformprozess eigenverantwortlich weiterführen wird.


Keywords:
Griechenland, Innovation, Regulierung, SME, Wirtschaftswachstum


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